Veröffentlicht am: 26.07.2021

Neo-Ökologie & ökologischer Hedonismus: Der neue Geist der Wirtschaft?

Cloud ComputingNachhaltigkeitNeo-Ökologie

Neo-Ökologie ist in aller Munde. Egal ob Zukunftsinstitut, Utopia oder auch die Deutsche Telekom, alle betrachten den Megatrend aus den unterschiedlichsten Perspektiven und kommen dabei zum selben Ergebnis: Ökonomie und Ökologie schließen sich gegenseitig nicht aus. Und jede Perspektive – angefangen beim Privathaushalt über den Mittelstand bis hin zu den ganz großen Unternehmen unserer Wirtschaft – kann und muss etwas zur neuen Gesellschaftsmoral der Nachhaltigkeit im Umweltbewusstsein und des Konsumtrends beitragen.

Die Deutsche Telekom beschreibt in ihrem Blog „die nächsten 10 Jahre“ den weit verbreiteten „Gutbürger“, der absolut bereit ist, sich für die sinnvolle Sache des nachhaltigen Konsumtrends einzubringen und alte Kauf- und Nutzungsmuster zu verändern. Das Zukunftsinstitut definiert die neue Business Moral als das Anerkennen der Wirtschaft, dass ökologisches Handeln nicht nur gut für das Image, sondern auch über-lebensnotwendig für Unternehmen ist, weil Konsument*innen das einfordern.

Früh erkannt hat das schon in den 80er-Jahren Michael Otto, damals Junior-Firmenchef der Otto GmbH & CO. KG. Bereits 1986 erklärte er den Umweltschutz zum offiziellen Unternehmensziel. Müll wurde getrennt, Pelze und Lacke aus dem Programm verbannt. Seit 1990 gibt es schadstoffgeprüfte Textilien im Angebot, die dem Standard Öko-Tex 100 genügen und mit dem Qualitätssiegel „hautfreundlich, weil schadstoffgeprüft“ gekennzeichnet sind. Selbst beim Warentransport richtet sich die Otto Group schon in den 80er-Jahren vom Luft- auf den Schiffsverkehr aus, um die Ressource Energie zu schonen.

Der re:BLOG der Otto Group geht für die Leser*innen auf Inhalte rund um „Fairen Konsum“ zu den Themenbereichen Leben & Wohnen, DIY & Upcycling, Gesundheit und Ernährung ein. Das sicherlich auch aus der inneren Haltung heraus und auch, um sich den Anforderungen der Gesellschaft und somit denen der Konsument*innen zu stellen.

Der Trend zum nachhaltigen Konsum führt in der Neo-Ökologie also dazu, umzudenken und der Schlüsselfaktor für die Produkte und Dienstleistungen der Unternehmen zu sein, die die Dringlichkeit von Umwelt- und Klimaschutz auch für ihre Konsument*innen erkannt haben.

Über unsere Zukunft, Pragmatismus, Effizienz und innovative Technologien

Das Zukunftsinstitut beschreibt Neo-Ökologie als aktuell großen Megatrend, der den gesellschaftlichen Veränderungsprozess hin zu einer ressourceneffizienten, nachhaltigen Wirtschaft treibt.

Kaum ein anderer Trend löst so heftige Debatten aus wie die Frage um nachhaltiges Konsumieren, Ressourcenschonung und Energieversorgung. Andreas Steinle, Gründer und Geschäftsführer des Zukunftsinstitutes, führt aus, dass „nicht davon auszugehen ist, dass Verzicht die treibende Kraft für die notwendige öko-soziale Erneuerung von Gesellschaft und Wirtschaft sein wird.“ Dafür streben aus seiner Sicht Menschen zu sehr nach Genuss und Unternehmen zu sehr nach Gewinn. Die Frage wird da eher sein: Wie lassen sich Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Profit gleichermaßen verbessern? Die Antwort kann in einem neuen, ökologischen Hedonismus liegen. Also je nachhaltiger der Konsum, desto höher und besser das Empfinden der Lebensqualität. Der Blick der Neo-Ökologie ist also optimistisch geprägt und sieht die Umweltkrise und auch die Erkenntnisse der weltweiten Pandemie mit all ihren Konsequenzen als Selbstkorrektur unseres Systems Erde.

Neo-Ökolog*innen setzen eher auf Effizienz, Pragmatismus und Innovative Technologien als auf prinzipielle Abkehr vom Konsum. Sie hinterfragen kritisch den tatsächlichen Produktnutzen mit pragmatischem Faktenwissen anstatt mit Emotionen. Es geht nicht um das „Weiter-so-bloß-in-grün“ sondern um kluge Lösungen, die vor allem eines sind: effizient. Effizient ökologisch heißt dann künftig, durch Messbarkeit und Technologien hochkomplexe Systeme zu schaffen, Systemschwächen und übermäßigen Verbrauch zu reduzieren und zugleich weniger Kosten zu produzieren.

Auch die Bundesregierung stellt klare Forderungen über den „Nachhaltigkeitsrat“ und fordert: „Wir müssen unseren Kindern und Enkelkindern ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge hinterlassen. Das eine ist ohne das andere nicht zu haben.“ Die Neo-Ökolog*innen nehmen dazu klar Stellung und beschreiben die Zielerreichung auf ihre ganz pragmatische und vor allem ganzheitliche Art und Weise. Nachhaltigkeit und Effizienz müssen dabei in allen Bereichen mitgedacht werden und von allen Beteiligten, in sämtlichen Geschäftsbereichen, bei jedem Prozess und jederzeit umgesetzt werden. Es gilt die gesamte Unternehmensstrategie und -Kultur auf die Nachhaltigkeit auszurichten. Nur so kann Neo-Ökologie authentisch gelebt werden. Bedeutet im Klartext, jeder–  angefangen im Privathaushalt, über den Mittelstand bis hin zu den Wirtschaftsgrößen – ist gefragt und muss sich positionieren. Die Neo-Ökologie verändert also gleichermaßen die Gesellschaft, die Kultur, unsere Politik und das unternehmerische Denken und Handeln.

Gemeinsam für das Klima! Auch Microsoft zeigt Einsatz für Nachhaltigkeit

Microsoft hat das Ziel, in den nächsten 10 Jahren CO2-negativ zu werden. Bis 2050 wird Microsoft den gesamten Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernt haben, den das Unternehmen seit seiner Gründung 1975 direkt oder durch seinen Stromverbrauch emittiert hat. Diese Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf einem vierteiligen Ansatz, der sich in die Bereiche Kohlenstoff, Wasser, Abfall und Biodiversität aufteilt.

Die Ansätze und Programme dazu sind vielfältig und anspruchsvoll. Ein hoher Anspruch ist auch, Kunden und Partner dazu zu befähigen, ihren eigenen CO2-Fußabdruck mit Effizienz, Pragmatismus und innovativen Technologien zu verringern, ohne dabei prinzipiell vom Konsum abzukehren.

Hierbei geht es um Programme, wie:

  • Klimaschutz aus der Cloud: Mehr Rechenleistung und weniger Umweltbelastung
  • Planetary Computer Plattform: digitale Technologien entwickeln und so einsetzen, dass Partner*innen und Kunden*innen im Rahmen ihrer eigenen Geschäftstätigkeit ökologisch verantwortungsvolle Entscheidungen treffen können
  • Mit Daten gegen den Klimawandel: Microsoft Deutschland und Volkswagen küren das innovativste Nachhaltigkeitsprojekt; das Sieger*innen-Team führt eine unabhängige CO2-Zertifizierung von Waldgebieten ein, um so zum lokalen Emissionsausgleich und nachhaltiger Waldwirtschaft beizutragen.
  • Projekt Natick: Wie zuverlässig und nachhaltig sind Unterwasser-Rechenzentren? Die Ausfallrate ist achtmal geringer als an Land und der Stromverbrauch zu 100% aus Wind- und Sonnenenergie, also ökologisch nachhaltig

….um nur ein paar zu nennen.

Wie Microsoft mit Cloud Computing bereits jetzt einen großen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung leistet, erfahren Sie in Teil 2 unserer Blog-Reihe!

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